Ecuador - 4. Bericht von Julian

Am 29. September ging es dann endlich los. Nach fast genau einem Jahr Vorbereitung. Ich packte meine Koffer, steckte die Spanisch-Bücher ein und stieg in den Flieger nach Quito. Mein erster und einziger Zwischenstopp war in Amsterdam und beim Umsteigen hab ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich jetzt alleine in der Welt unterwegs bin. Als ich in Ecuador ankam wurde ich von meinen Gasteltern in Empfang genommen und es war erstmal ziemlich komisch zu merken, dass niemand deine Sprache spricht, niemand dich kennt, du für alle fremd bist und alles für dich fremd ist. Die ersten Wochen waren ziemlich abenteuerlich und aufregend. Die Zeit ging manchmal ziemlich langsam vorbei und man war noch sehr an seine Freunde und Familie zu Hause gebunden. Das Essen war auch völlig neu und manchmal mehr und manchmal weniger lecker, aber wenn man gefragt wurde, ob es einem schmeckt will man ja nicht unhöflich sein und man sagt einfach ja, obwohl es vielleicht gar nicht so ist. Es war aber nicht schlimm, weil man sich mit der Zeit auch erst einmal an das neue Essen gewöhnen muss.

Dann kam auch schon die erste Reise in die Provinz Manabí und ich hatte die Möglichkeit auch die anderen Rotary-Austauschschüler in Ecuador kennenzulernen. Es war eine ziemlich neue Erfahrung, weil es so viele unterschiedliche Personen sind und jeder aus einem anderen Teil der Welt kommt. Ich kannte die Provinz Manabí aber schon vorab, denn ich hatte das Glück, dass meine erste Gastfamilie ein Apartment am Strand hat. Deswegen war ich vorher schon ein paar Mal in Manabí. es war aber jedes Mal wieder schön und machte Spaß von Quito aus an den Strand zu fahren. Als ich die Gruppe von Austauschschülern etwas kennengelernt hatte, ging es auch schon wieder zurück nach Quito. Dort hieß es dann wieder ins Colegio. Meine Schule hier in Quito heißt „El Sauce“ und ist ein bisschen anders als die üblichen Schulen. Das Colegio wurde 1984 von Margarita Speck gegründet und der Unterschied zu normalen Schulen ist, dass die Schüler dort in Aktion, Kreativität und Harmonie lernen sollen. Es war am Anfang ziemlich komisch, dass manche Dinge so locker waren oder dass der Lehrer nicht einem alles vorgebetet hat was man zu machen hat. Man musste lernen selbstständiger zu arbeiten und sich an den freieren Stil von Unterricht gewöhnen. Es ist wahrscheinlich meine schönste Erinnerung von Ecuador, denn hier sind Schulfreunde und Lehrer zur Familie geworden und es ist eine sehr schöne Erfahrung, dass Schule auch so anders sein kann, für die ich sehr dankbar bin. Dann kam auch schon Weihnachten und Neujahr und natürlich hat man schon irgendwie Heimweh gehabt und sich ein bisschen fehl am Platz gefühlt. Viel mehr war es aber auch eine neue und sehr schöne Erfahrung diese Festivitäten in einem anderen Brauchtum und Umfeld zu feiern. Kurz nach Neujahr stand dann auch schon die Reise zu einem Teil des Amazonas an und wir hatten die Möglichkeit viele verschiedene wilde Tiere jenes Gebietes zu sehen. Wir waren im Casa del Suizo was eher ein mehr touristischer Teil des Amazonas ist, aber dennoch wurden uns einige Tiere und Bräuche der Menschen, die dort leben, gezeigt. Danach kam der Familienwechsel und obwohl ich meine vorherige Familie sehr mochte und sie eigentlich nicht verlassen wollte, gewöhnte ich mich schnell an die Neue und wir haben uns gut eingelebt. Ein paar Wochen später hieß es dann schon wieder Koffer packen, denn es ging nach Galapagos. Es war vielleicht eine die außergewöhnlichste und schönste Reise. Wir haben die meiste Zeit auf dem Boot verbracht und sind von Strand zu Strand gefahren. Meistens sind wir aber dort hingefahren, um dort zu schnorcheln, denn die Unterwasserwelt von Galapagos bietet noch viel mehr zu sehen. Wir haben Seelöwen, Vögel, Eidechsen, Leguane, Haie, Orcas, Mantarochen, Meeres- und Landschildkröten, Pinguine und noch viel mehr gesehen. Auch wenn der Sonnenbrand ziemlich wehgetan hat, war es eine einzigartige Erfahrung. Danach stand für ein paar Monate erstmal keine Reise mehr an, aber dafür konnte man sich mehr Zeit nehmen, um mit Freunden etwas zu unternehmen. Ich hatte die Möglichkeit Quito etwas näher kennenzulernen, selbst ein paar Dinge zu unternehmen. Zum Beispiel reiste ich nach Cuenca und wohnte dort bei einer Freundin meiner ersten Gastfamilie. Sie konnte mir Cuenca etwas näher zeigen und ich verbrachte eine sehr schöne Zeit dort. Ende Juni kam dann die letzte Reise mit Rotary und wir machten eine Art Roadtrip durch Ecuador mit dem Bus. Es war oft ein bisschen anstrengend, aber es war sehr cool mit den anderen Austauschschülern aus aller Welt zum Abschluss nochmal eine Runde durch Ecuador zu drehen. Wir haben einen Großteil der Anden sehen können, mit den vielen Vulkanen und Nationalparks und dann sind wir an Küste gefahren, um uns dort Guayaquil anzuschauen. Es war schon ein bisschen traurig sich zum Schluss von Allen zu verabschieden, denn man hat sich zurückerinnert an all die Reisen und Abenteuer, die man zusammen erlebt hat. Aber man behält sich all diese Erlebnisse in Erinnerung und manche Freundschaften bleiben bestimmt bestehen. Zum Abschluss meines letzten Berichtes kann ich bloß sagen, dass ich hier in Ecuador sehr viel Neues gelernt habe, viele neue Freunde gefunden habe und unglaublich viel neue Erfahrungen fürs Leben gesammelt habe. Meine Freunde, meine Familie und meine Heimat für ein Jahr in ein fernes unbekanntes Land zu verlassen, war wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Denn hier habe ich gelernt selbstständiger zu sein und die Dinge zu realisieren, die ich in meinem Leben tun will. Ich bin jeder einzelnen Person von ganzem Herzen dankbar, die mir in irgendeiner Form dieses Jahr ermöglicht hat und ein Stück dazu beigetragen hat. Ich bin Rotary mehr als dankbar für dieses Erlebnis, das definitiv unvergesslich bleibt. Ich weiß diese Möglichkeit sehr zu schätzen und möchte zum Abschluss bloß eines sagen: DANKE!!!!